Die Elektroplanung ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Neu- oder Umbau jedes Gebäudes. Denn einmal umgesetzt, lässt sich an der in aller Regel unter Putz verlegten Elektroinstallation nur noch mit viel Aufwand etwas ändern. Unsere Tipps erleichtern die Planung und sorgen für langfristige Investitionssicherheit.

Schaffen Sie heute die Reserven, die sie morgen brauchen werden

Bauherren und Renovierer sollten den Umfang der Elektroinstallation mit dem Elektrofachmann planen – und dabei strukturiert und vorausschauend vorgehen, um Zukunftssicherheit zu erreichen. Denn spätere Änderungen und Erweiterungen sind oft schwierig und teuer, weil in der Regel Wände

aufgeschlitzt und nach der Verlegung zusätzlicher Leitungen wieder geschlossen und verputzt werden müssen. Es gilt die Faustregel: Nachinstallationen kosten bis zu fünf Mal mehr!

Hilfreich für die Elektroplanung ist eine tabellarische Planungshilfe. Diese sollte auch mögliche künftige Nutzungsänderung von Räumen berücksichtigen – beispielsweise, dass die Kinderzimmer einst in ein Büro oder einen Hobbyraum umgewandelt werden sollen. So lässt sich der vorgesehene Einsatz elektrischer Geräte vorausschauend planen, und die Zahl der Stromkreise, der Steckdosen, der Schalter, der Beleuchtungsanschlüsse sowie weiterer Komfort- und Sicherheitsfunktionen kann auf Basis von Fakten statt Vermutungen festgelegt werden.

Grundlage der Elektroplanung sind die Grundrisse. Kopieren Sie diese und zeichnen Sie für jede angedachte Nutzung jedes Raums die Einrichtung ein. So erkennen Sie, an welchen Stellen Steckdosen, Schalter und Wandanschlüsse idealerweise platziert sein sollten – und können diese einzeichnen. Durch Zusammentragen der jeweiligen Pläne für unterschiedliche heutige und mögliche künftige Nutzungsszenarien können Sie dann den Gesamtumfang der benötigten Elektroinstallationen festlegen.

Achten Sie auf eine genügend grosse Anzahl separater Stromkreise – insbesondere in Räumen, in denen später zahlreiche Elektrogeräte zum Einsatz kommen werden, wie in der Küche, im Büro und im Hauswirtschaftsraum. So vermeiden Sie eventuelle spätere Überbelastungen.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem BUS-System. Die modernste Form der Elektrotechnik im Haushalt ermöglicht grösstmögliche Flexibilität und bietet grösstmögliche Investitionssicherheit, da die Komfortausstattung nahezu unendlich erweitert werden kann, beispielsweise durch  Einbindung der Rollladensteuerung oder einer Gefahrenmeldeanlage (Alarm-, Rauch-, Brandmelder und Videoüberwachung). Moderne BUS-Systeme erlauben auch eine umfassende Implementierung von «Smart Home»-Funktionen.

Essenzielle Tipps für die Elektroplanung

Aufteilung der Stromkreise

Für Elektrogrossgeräte wie Herd, Backofen, Steamer, Mikrowelle, Geschirrspüler, Waschmaschine, Tumbler, Warmwasserspeicher, Durchlauferhitzer, zentraler Server, Computeranlagen, Medienanlagen (HiFi-Anlage, TV, Surround-Sound-System, Multiroom-Audioanlage) etc. müssen zwingend eigene Stromkreise eingeplant werden, damit diese Geräte zeitgleich betrieben werden können. Zusätzlich zu diesen Gerätestromkreisen sollte jeder Raum über mindestens einen weiteren Stromkreis für die allgemeine Versorgung verfügen. Dadurch wird eine zu starke Dauerbelastung der Stromkreise vermieden und eine hohe Betriebssicherheit im gesamten Gebäude erreicht.

Fehlerstromschutzschalter (FI)

Hochempfindliche Fehlerstromschutzschalter (FI) für Steckdosen schützen die gesamte Elektroinstallation. Der Einsatz hochempfindlicher FI ist in besonders gefährdeten Bereichen wie Badezimmer oder Garten ohnehin vorgeschrieben. Zudem sollten spezielle FI-Schalter Typ «G» für empfindliche Geräte wie Kühlschränke und EDV-Installationen sowie überall dort eingesetzt werden, wo sich Kinder und eventuell vorhandene Haustiere aufhalten. Durch Einsatz mehrerer FI-Schalter werden im Fehlerfall nur die unmittelbar betroffenen Bereiche abgeschaltet. Zudem können FI-Schalter die angeschlossene Anlage gegen elektrisch verursachte Brände schützen.

Kommunikationsanlagen

Heutige Kommunikationsgeräte (IP-Telefon, Fax, Anrufbeantworter usw.) benötigen neben dem

Telekommunikationsanschluss auch eine Schutzkontaktsteckdose, da diese Geräte heute meist ein Netzgerät haben. Daher sollte neben jedem Telekommunikationsanschluss mindestens eine Schutzkontaktsteckdose eingeplant werden.

Überspannungsschutz

Telekommunikationsgeräte, Mediengeräte (TV, TV-Box, HiFi-Anlage) und auch viele andere Elektrogeräte enthalten heute empfindliche elektronische Bauteile, die effizient gegen Überspannung geschützt werden müssen. Dabei müssen sowohl die Stromversorgung als auch die Kommunikationsanschlüsse geschützt werden, weil Überspannungen auch über die Telefon- oder Antennenleitung in ein Kommunikationsgerät gelangen können.

Gegensprechanlage und Zutrittskontrolle

Mit einer Video-Gegensprechanlage wissen Sie stets, wer vor der Türe steht, wenn es geklingelt hat. Eine elektronische Zutrittskontrolle, beispielsweise mit Fingerprint-Scanner, schützt Ihr heim zusätzlich – und Sie müssen keinen Schlüssel mehr mit sich herumtragen.

Gefahrenmeldeanlagen

Eine Alarmanlage sowie Warnanlagen für Feuer, Rauchentwicklung oder Wasser sorgen für Sicherheit – und dafür, dass im Ernstfall der Schaden möglichst klein gehalten werden kann.

Heizung, Lüftung und Klimatisierung

Für die richtige Wahl bei der Heizungs- oder Lüftungsanlage ist eine ausführliche Beratung durch den Fachmann sinnvoll. Intelligente digitale Systeme ermöglichen die weitgehend automatische Steuerung der Raumklimatisierung, wobei auch Beschattungssysteme, elektrisch betriebene Dachschrägenfenster und die Rollladensteuerung mit eingebunden werden können. Die richtige Wahl der Komponenten und deren sinnvolle Vernetzung sind entscheidend für den künftigen Energieverbrauch de Gebäudes.

Lichtschalter

Ein Lichtschalter, idealerweise mit Steckdose darunter, gehört neben jede Tür – und zwar neben wirklich JEDE Tür. Und zwar im Inneren des Raumes, auf der Seite der Türklinke und auf deren Höhe.

Bewegungsmelder

Gehen Sie gedanklich durch Ihr neues Haus respektive Ihre neue Wohnung – am Tag und in der Nacht. Sind ausreichend Lichtschalter montiert für eine lückenlose Ausleuchtung? Empfehlenswert sind Bewegungsmelder, welche den Griff zum Lichtschalter überflüssig machen – ins besondere in der Garage, im Eingangsbereich, allen Fluren, im Treppenhaus, im Keller und Kammern, die man oft mit vollen Händen betritt und in denen man gerne vergisst, beim Verlassen das Licht wieder abzulöschen.

Dimmer und Funk-Steckdosen

Für Komfort im Schlafzimmer und auch im Wohnbereich sorgen Dimmer und Funk-Schalter respektive Funk-Steckdosen. So kann die Beleuchtung auch im Bett oder vom Sofa aus gesteuert werden, ohne dass Sie aufstehen müssen.

Netzwerk- und Telefonanschlüsse

Planen Sie genügend Netzwerk-, Antennen- und Telefon-Anschlüsse ein, vorzugsweise in jedem Raum und zwar dort, wo später ein PC, ein TV, ein Radio, ein Router, ein Telefon oder ein anderes Gerät der Kommunikations- oder Medienelektronik platziert werden soll.

Leitungen auch in den Decken

Überlegen Sie, in welchen Räumen Sie später eine Deckenbeleuchtung – etwa mit Einbau-Spots – benötigen, einen Lautsprecher einbauen wollen oder ein Modul der Rauch- und Feuermeldeanlage respektive der Alarmanlage (Infrarotsensor, Kamera) anschliessen können sollten. Auch Zugänge für elektrisch betriebene Jalousien oder Rollläden und für den Anschluss automatisierter Dachschrägenfenster (Regensensor) müssen eingeplant werden.

Garten, Garage und Umgebung nicht vergessen

Denken Sie auch an die Nebenräume (Garage, Keller, Hobbyraum) sowie die Umgebung des Hauses. Anschlussmöglichkeiten für eine über Bewegungsmelder gesteuerte Gartenbeleuchtung, den elektrischen Rasenmäh-Roboter, eine elektronisch gesteuerte Bewässerungsanlage, eine elektrische Markise auf dem Balkon oder der Terrasse, eine Beleuchtung der Zufahrt, eine Videogegensprechanlage und – genügend weit oben in allen Aussenwänden – für die Kameras einer Videoüberwachungsanlage sind heutzutage essenziell.

 

Platz für die Zukunft lassen

Sinnvoll sind genügend Leerrohre sowie stark genug abgesicherte Anschlüsse für künftige Installationen – etwa für die Montage einer Photovoltaik– oder eine Solarthermie-Anlage sowie einer Schnelladestation für das Elektroauto in der Garage.

 

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